Wien. In Zeiten wie diesen wird die PR-Branche von der Öffentlichkeit besonders kritisch beäugt. Für die PR-Agentur communication matters, kein Problem, denn dort setzt man laut Agenturchef Chris-
tian Kollmann schon immer auf hohe Qualität und Transparenz bei den Leistungen. Im Gespräch mit medianet spricht Kollmann über die Entstehung seines „kleinen, feinen, Kommunikationshauses“.
medianet: communication matters gibt es seit zwölf Jahren. Wie waren die Anfänge der Agentur?
Christian Kollmann: Ich hatte während meines Jusstudiums die Möglichkeit, in die PR-Branche zu schnuppern und konnte so meine ersten Erfahrungen sammeln. Anfang der 90er-Jahre wurde ich Agenturleiter und Geschäftsführer bei der PR-Agentur Pubrel Hill&Knowlton. 1995 habe ich dann beschlossen, meine erste eigene Agentur zu gründen, die CKC – Christian Kollmann Communications. Und 1999 folgte dann schließlich, gemeinsam mit Meta Raunig und Peter Menasse, die Gründung der communication matters, wo ich heute der alleinige Geschäftsführer bin.
medianet. Wie ist communication matters positioniert?
Kollmann: Im Laufe der Jahre hat sich die Positionierung als kleines, feines Kommunikationshaus – die Engländer nennen es ‚Boutique‘ – herauskristallisiert. Dieser Boutique-Gedanke resultiert vor allem daraus, dass wir von Beginn an unsere Stärke in der Beratung gesehen haben. Wir haben immer noch das Konzept, dass jeder Kunde auch von mir zumindest strategisch mitbetreut wird. Unser Anspruch besteht in der Qualität und der persönlicher Betreuung der Kunden. Obendrauf sind wir als Agentur stark strategiegetrieben. Dieser inhaltliche Aspekt ist mir persönlich sehr wichtig. Wir wollen die Beratung, diese strategische Konzept-
arbeit in den Vordergrund stellen.
medianet. Wie sieht das Kundenportfolio der Agentur aus?
Kollmann: Grundsätzlich sind wir als Agentur eher breit aufgestellt. Schwerpunkte haben wir aber, wenn Sie so wollen, bei Themen wie Wissenschaftskommunikation, Bürgerbeteiligung, Konflikt- und Krisenkommunikation. So unterstützen wir derzeit etwa die Abteilung der internen Kommunikation der OMV sehr intensiv. Gerade die OMV ist ein sehr gutes Beispiel für eine langjährige Partnerschaft, wo sich immer wieder neue Tätigkeitsfelder auftun.
medianet. Wie sehr haben Sie die Krise 2009/2010 gespürt?
Kollmann: Wir haben die Krise nicht ganz so schlimm gespürt, aber sie war bemerkbar. Gerade Kunden im Bereich der öffentlichen Hand haben durchaus den Sparstift angesetzt. Grundsätzlich war die Entwicklung sehr inhomogen. Wir hatten die Kunden, die gar nichts eingespart haben, bis zu Kunden, die Einsparungen von 20, 30 Prozent vorgenommen haben.
medianet. Verfolgen Sie, unabhängig vom Agenturnetzwerk ECCO, in dem Sie Mitglied sind, noch weitere Entwicklungen in der Branche, auf die Sie reagieren?
Kollmann: Ja, wir haben unter anderem bemerkt, dass die Krisenkommunikation wieder ein bisschen verloren gegangen ist. Das finde ich wirklich erstaunlich. Ich halte das für eine Nachlässigkeit. Niemandem würde einfallen, als Unternehmen ohne Rechtsbeistand durch die Welt zu marschieren.
In der digitalen Kommunikation hat dieser Bereich noch gar keinen Platz ergriffen; da haben wir festgestellt, dass es noch einen blinden Fleck auf der Landkarte gibt. Diesen gilt es zu tilgen. Wir arbeiten an einer zeitgemäßen Krisenkommunikation für Social Media.
medianet. Wie erleben Sie die Skandale, die die PR-Branche in Verruf gebracht haben?
Kollmann: Ich habe da ein lachendes und ein weinendes Auge. Ein weinendes, weil viele Menschen, die nicht im Detail wissen was Public Relations, Public Affairs und was Lobbying ist, so alles durcheinanderbringen.
medianet: Wie wirkt sich das aus?
Kollmann: Was man merkt, ist, dass Kunden eine noch genauere Dokumentation der Leistungen haben wollen. Ich finde das aber in Ordnung. Und das ist das lachende Auge. Denn aus der ganzen Geschichte lässt sich ein gewisser Reinigungs- oder auch Klärungsprozess erkennen. Wir gehören zu jeden, die ihren Kunden schon bisher monatlich offengelegt hatten, worin die Leistung bestand, und woraus sich die Kosten zusammensetzten.
medianet. Nochmals zum Agenturnetzwerk ECCO. Welche Vorteile ziehen Ihre Kunden daraus?
Kollmann: Wir haben einen regen Austausch mit unseren internationalen Kollegen und nehmen auch an Schulungen teil, um unsere Leistung weiter ausbauen zu können. Durch die Vernetzung fällt es uns auch leichter, gewünschte Veranstaltungen oder auch Medientermine im Ausland zu organisieren. Zusätzlich arbeiten wir an gemeinsamen Studien, deren Umfang wir allein nie bewältigen könnten. Daraus können wir Tools entwickeln, von denen unsere Kunden wiederum profitieren.
medianet. Können Sie hier ein konkretes Beispiel nennen?
Kollmann: Wir haben unter anderem an einer Studie zum Thema ‚Corporate Values‘ mitgearbeitet. Es wurden weit über 5.000 Unternehmen zu den Unternehmenswerten befragt. Wir haben uns aus Österreich beteiligt. Es gibt Länderberichte – und auch einen ‚Österreich‘-Teil. Es ist sehr interessant, wo wir im Vergleich zu anderen Ländern liegen. Die Studie ist wissenschaftlich sehr valide; das ist sowohl für uns, als auch für unsere Kunden interessant.
medianet. Wie stehen Sie zum kommenden Lobbying-Register?
Kollmann: Ich finde die Idee gut, bin aber mit der geplanten Umsetzung nicht zufrieden. Besonders die darin enthaltene Ungleichbehandlung finde ich skandalös. Wir aus der PR-Branche werden mit der vollen Härte getroffen, während z.B. institutionelle Lobbyisten deutlich weniger streng behandelt werden.(dinko fejzuli)
Christian Kollmann: „Wir sind ein kleines, feines Kommunikationshaus“
Tuesday, 13. December. 2011 | Marketing & Medien | marketing & agenturen
communication matters GF Kollmann: „Jeder Kunde wird auch von mir zumindest strategisch mitbetreut. Unser Anspruch besteht in der Qualität und der persönlicher Betreuung der Kunden.

Christian Kollmann: „Krisenkommunikation hat an Stellenwert verloren – aus der Sicht der PR ist das fahrläsig.“
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