Wien. Der mit Ende März ausscheidende Chefredakteur der Gratiszeitung "Heute" übt indirekt heftige Kritik an Herausgeberin Eva Dichand und wehrt sich damit gegen Kritik, die Dichand in einem in medianet erschienenen Interview gegenüber ihrem Ex-Chefredakteur gemacht hatte. Die heute-Herausgeberin meinte, ihre Zeitung sie zu Bild-Zeitung ähnlich gewesen. Nun solle sie in der Anmutung wieder ruhiger werden
Ainetters Replik darauf im Wortlaut: "Die einvernehmliche Trennung kam auf meine Initiative zusammen. Grund: Unabhängiger, kritischer Journalismus wäre aus meiner Sicht nicht mehr möglich gewesen. Bei den Gesprächen mit der Geschäftsführung ging es nie um die Frage der Qualität, sondern immer um die Frage von politischer und ökonomischer Einflussnahme auf die Redaktion". Und dafür gäbe es Zeugen, so Ainetter.
Den endgültigen Bruch mit der "Heute"-Führungsetage gab es seiner Schilderung nach in Folge einer Aufdecker-Geschichte, die die Sozialdemokraten schmerzhaft traf: "Das Fass zum Überlaufen brachte unsere Geschichte über gefälschte und erfundene Leserbriefe, die von der SPÖ-Parteizentrale jahrelang an diverse Zeitungsredaktionen verschickt wurden."
Die Zeitung hatte am 22. November eine Story mit dem Titel "Faymanns falsche Facebook-Freunde schreiben auch Leserbriefe" gebracht. Darin wurde geschildert, dass von einer Internet-Adresse der SPÖ massenweise Leserbriefe verschickt wurden, die unter falschem Namen erstellt wurden. Einen Tag später gab Ainetter seinen Rückzug bekannt. Wie er am Mittwoch erklärte, sei die einvernehmliche Trennung vom Unternehmen auf seine Initiative zustande gekommen. (fej)
"Heute"-Chefredakteur Ainetter kritisiert "Einflussnahme" auf Zeitung
Wednesday, 08. February. 2012 | Marketing & Medien | medien
Scheidet mit Ende März aus - "Kritischer, unabhängiger Journalismus ist aus meiner Sicht nicht mehr möglich gewesen"
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