Wien. Führen ist und bleibt eine Männerdomäne in Österreich. Wie der aktuelle „Führungskräfte Monitor“ von Sora und Ifes ergab, geht die Zahl der Frauen in Führungspositionen seit zwei Jahren wieder spürbar zurück: Waren 2008 noch 35% der Führungskräfte weiblich, so waren es im Vorjahr nur mehr 32 und heuer gar nur mehr 30%. In den Jahren 1997 bis 2008 sei der Anteil der Frauen gestiegen, sagte Studienautor Christoph Hofinger bei der Präsentation der Umfrage unter österreichweit 457 Personen, die die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) in Auftrag gegeben hat. Hofinger sieht in „Arbeitszeit-Regelungen, die in die falsche Richtung gehen“, den Grund für die rückläufige Zahl der weiblichen Führungskräfte. Für Frauen sei ein Job, der ihnen bis zu 50 Wochenstunden abverlange, oftmals keine Option, da sie durch Haushalt und Kinderbetreuung stärker beansprucht werden.
Darf‘s ein bisserl mehr sein?
Sowohl vollzeitbeschäftigte Führungskräfte als auch Nicht-Führungskräfte arbeiten seit der letzten Erhebung um durchschnittlich eine Stunde pro Woche mehr. Führungskräfte kommen damit auf 45 Wochenstunden im Schnitt, Nicht-Führungskräfte auf 42 Wochenstunden. Ein Drittel der Führungskräfte arbeitet laut Studie mehr als 45 Stunden pro Woche. Auf dieses Arbeitspensum bringen es etwa 12% der Nicht-Führungskräfte. Interessant erscheint laut AK in diesem Zusammehang, dass Führungskräfte nicht unzufriedener mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind, obwohl sie im Schnitt länger arbeiten. So geben 77% der Führungskräfte und 79% der Nicht-Führungskräfte an, Privatleben und Beruf zumindest „gut“ vereinbaren zu können. Der große Unterschied zwischen den beiden Gruppen zeigt sich dafür beim Thema Zeitdruck: 39% der Führungskräfte leiden unter Zeitdruck, während „nur“ 28% der Nicht-Führungskräfte dieser Mehrbelastung ausgesetzt sind. Die Mehrheit – konkret 52% – der Führungskräfte würde es daher begrüßen, in Zukunft weniger arbeiten zu müssen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Beim Thema Arbeitszufriedenheit ist auch ein Auseinanderdriften von Führungs- und Nichtführungskräften zu verzeichnen: Während die Arbeitszufriedenheit bei den Führungskräften mit aktuell 111 nach 112 Indexpunkten in den Jahren 2008 und 2009 auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten stabil geblieben ist, weist der Arbeitsklima Index bei den Nicht-Führungskräften einen Rückgang von 109 auf 107 Indexpunkte auf. (red)
Die Zahl der Chefinnen schwindet
Friday, 15. October. 2010 | career & network
2010 sind nur mehr 30% der Führungskräfte weiblich – 2008 waren noch 35% der Führungspositionen in weiblicher Hand. Ein weiteres Ergebnis des „Führungskräfte Monitor“: Vorgesetzte würden gern weniger arbeiten.
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