Eine Frage des Geldes

Monday, 05. December. 2011 | career & network

Kursprogramm: Das bfi Wien denkt laut über eine „Weiterbildungsversicherung“ für Arbeitnehmer nach. Im aktuellen Kursprogramm setzt das bfi auf Klassiker und Neuheiten wie Projektcontrolling und Rating.

c: Berufsförderungsinstitut

Franz-Josef Lackinger und Valerie Höllinger präsentierten das neue Kursprogramm.


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Wien. „Das von vielen Arbeitsmarktexperten propagierte lebenslange Lernen ist natürlich auch eine Frage der Finanzierbarkeit“, hielt Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des bfi Wien, anlässlich der Präsentation des aktuellen Kurs-programms im Wiener Mumok fest: „Viele Menschen können sich eine dringend notwendige Höherqualifizierung nicht leisten.“ Es gelte deshalb, neue Möglichkeiten für die Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen aufzuzeigen. Ein für ihn vorstellbares Modell sei eine der Arbeitslosenversicherung ähnliche ‚Weiterbildungsversicherung‘: „Ein regelmäßiger geringer Betrag des Einzelnen – aufgebessert durch Arbeitgeberbeiträge und staatliche Zuschüsse – könnte auf ein ‚Weiterbildungskonto‘ wandern“, so der bfi Wien-Chef. Dieses oder ähnliche Modelle auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen, sei aber nun Aufgabe der Sozialversicherungsexperten.

Nutzen liegt auf der Hand

Für die Wirtschaft liege der Nutzen von Erwachsenenbildung jedenfalls auf der Hand, zitiert die kaufmännische Geschäftsführerin des bfi Wien, Valerie Höllinger, aktuelle Studien: „Jeder in Bildung investierte Euro bringt einen ‚Return on Investment‘ von 13 Euro.“  Derzeit nähme laut Höllinger rund ein Drittel der Arbeitnehmer an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil; privat sei die Quote leider noch geringer: „Nur jeder Siebte ist bereit, seine Qualifikationen im Rahmen der klassischen Erwachsenenbildung zu erweitern.“ Mit ein Grund sei auch die Frage der Leistbarkeit, wie der Ruf nach einer Cofinanzierung durch Staat und Arbeitgeber verdeutliche. Natürlich dürfe man in diesem Zusammenhang aber die jüngsten Bestrebungen der Bundesregierung nicht unter den Tisch fallen lassen: „Die ‚Bildungskarenz plus‘, die vor einigen Wochen über das Jahr 2011 hinaus verlängert wurde, hat sich als nachhaltige Wirtschaftsförderung erwiesen und bleibt wohl als eine der wenigen positiven Erinnerungen an die anhaltende Wirtschaftskrise zurück“, so Höllinger. Weiters sei der jüngste Beschluss zu begrüßen, mit dem das Nachholen von Bildungsabschlüssen ab 2012 kostenlos möglich wird. „Das greift vor allem den Minderqualifizierten unter die Arme“, so Höllinger.

Neue Kurse

Anlässlich der Präsentation des neuen „Kursprogramm Frühjahr 2012“ verwies das Geschäftsführerduo auch auf Neuheiten des bfi Wien wie „App-Entwicklung für Android mit Java“, „Projektcontrolling“ oder „Unternehmensbeurteilung und Rating“. „Genauso finden sich darin aber ‚klassische‘ Angebote aus Produktgruppen wie Sprachen, Wirtschaft, Persönlichkeit, EDV“, betont Lackinger abschließend. (red)


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