Wien. Die Schulen haben pädagogische Aufgaben zu erfüllen. Um den Schulbetrieb im engeren Sinne zu gewährleisten, braucht man allerdings auch Gebäude, Geräte, Bücher, etc. und letztlich Geld und das alles muss man intelligent organisieren.
Vielfach erprobt
Man weiß, wie eine aus pädagogischer Sicht gute Schule funktioniert und das ist – auch in Österreich – vielfach erprobt und bewiesen. Warum setzt man das nicht flächendeckend um? Weil dafür der geeignete organisatorische Rahmen fehlt! Schulen sind Teil einer bürokratischen Organisation, es gibt zu wenig Personal an den Schulen und zu viele Verwalter in den übergeordneten Ebenen, die keine Wertschöpfung für den Bildungserfolg bringen. Kann man das ändern, ohne dass alles teurer wird? Ja, indem man die Schulen je Bezirk zu öffentlichen Unternehmen zusammenfasst, die ihr Geld abhängig von der Schülerzahl direkt vom Bund erhalten („Normkostenmodell“ mit Zu- und Abschlägen, abhängig von geografischen und demografischen Faktoren). Dieses Globalbudget kann so eingesetzt werden, wie es den lokalen Gegebenheiten und Erfordernissen am besten entspricht. Es gibt in Österreich (inkl. Wien) 128 Bezirke mit insgesamt ca. 5.800 Schulen, das ergibt im Schnitt ca. 45 Schulen, ca. 800 Lehrerinnen und ca. 8.000 Schülerinnen pro Bezirk. Das ist eine nicht unerhebliche Dimension, aber führbar, am besten in Form einer dualen Führung (ein Pädagoge und ein Betriebswirt) an der Spitze, Direktorinnen an den Schulen leiten die „Filialen“.
Effizienzsteigerung
Diese öffentlichen Unternehmen könnten schon kurzfristig Effizienzsteigerungen erzielen: durch gemeinsame Nutzung von Gebäuden und sonstige Shared Services, Einsatz von qualifiziertem Verwaltungspersonal zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit, zeitgemäßen IT-Einsatz (vom E-Learning bis zum Einkauf), etc. Eine externe Qualitätskontrolle muss selbstverständlicher Bestandteil des Sys-tems sein; dies für alle Aspekte schulischer Qualität, von denen PISA nur einen kleinen Teil abdeckt. Und dass jene Bezirke bzw. Schulen, die durch ihr attraktives Angebot Schülerinnen und Schüler anziehen, durch das Normkostenmodell automatisch mehr Geld bekommen, würde eine längst überfällige Wettbewerbsdynamik in das System bringen und gute Arbeit könnte auch materiell anerkannt werden. Eine ausführliche Darstellung dieses Vorschlags finden Sie auf www.act-mc.at/schule
Macht Schulen zu Unternehmen!
Friday, 11. February. 2011 | kommentare & kolumnen
Gastkommentar Gerhard Friedrich, act Management Consulting, über die längst überfällige Wettbewerbsdynamik im österreichischen Schulsystem.„Eine externe Qualitätskontrolle muss selbstverständlicher Bestandteil des Systems sein.“
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