So würde Hitchcock präsentieren

Friday, 20. May. 2011 | career & network | kommentare & kolumnen

Gastkommentar: Präsentationsexperte Michael Moesslang über Spannung als Gegenteil von Selbstverständlichkeit, Langeweile und Monotonie

c: privat

Michael Moesslangs aktuellstes Buch „So würde Hitchcock präsentieren – über­zeugen Sie mit dem Meister der Spannung“ ist seit gestern im Handel erhältlich.


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München. Spannung ist das Gegenteil von Selbstverständlichkeit, Langeweile und Monotonie. Und was erleben Sie tagtäglich, wenn Sie Präsentationen beiwohnen? Selbstverständlichkeiten, Langeweile und Monotonie. Zumindest in vielen Fällen. Sir Alfred Hitchcock würde sich im Grabe umdrehen angesichts derartig schlecht vorbereiteter und vorgetragener Machwerke. Dabei zeigt doch der Meister, wie es ganz einfach geht. Hitchcock liebte das Einfache, weil es verständlich war und leicht umzusetzen. Special
Effects oder Show, die nichts zur Handlung beiträgt, waren tabu.

Die meisten Präsentationen sind nach der klassischem Aufsatzgliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgeteilt. Und dann mit Informationen vollgepackt, bei denen gerade noch eine logische Reihenfolge nachzuvollziehen ist. Da meist der Präsentator seine Folien vorliest und nur ein wenig kommentiert, kann Spannung nicht einmal ansatzweise aufkommen. Doch Spannung ist nicht nur schön, sie ist sogar wichtig. Was uns vor Spannung quält, überrascht oder emotional berührt, bleibt besser hängen. Was wiederum für einen Überzeugungsprozess ein wichtiger Bestandteil ist. Nur was der Zuhörer sich merkt, hat über die halbe Stunde der Präsentation
hinaus noch Bedeutung.

Hitchcocks Emotionen-Orgel

Hitchcock hat gesagt, er wolle eine Orgel konstruieren, die auf Tastendruck beim Publikum Emotionen auslöse. Dann brauche man keine aufwendigen Filme mehr zu drehen, denn auch diese werden ja nur gemacht, um Emotionen zu erzeugen. Viele Präsentatoren versäumen es, emotional zu berühren – halten es gar für überflüssig oder fehl am Platz. Ein Fehlurteil! Denn das menschliche Gedächtnis und damit auch das Verstehen arbeitet am leichtesten über Geschichten, Bilder und Emotionen. Geschichten erzeugen Bilder, Bilder erzeugen Emotionen und Emotionen erzeugen das, woran sich Teilnehmer erinnern. So wird spannend präsentiert. So wie Hitchcock eben.


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