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29.01.10

Auftreten – egal wie es wirkt?

Michael Moesslang, Wirkungs- und  Präsentationsexperte aus München ©
Kommentar: Präsentationsexperte Michael Moesslang über Sicherheit im persönlichen Auftreten – und wie man Überzeugungskraft erlernen kann.Michael Moesslang: „Unser Körper lügt nicht – und er spricht weit mehr, als Sie denken.“

München/Wien. Wir Menschen sind schon komisch. Da investieren wir jede Menge in modische Kleidung, ein Auto, das was hermacht und vielleicht noch eine teure Uhr oder eine Kette fürs Dekolleté. Wir wollen schließlich nach was aussehen. Im Bewerbungsgespräch, bei einer Besprechung oder bei einer Präsentation vor Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten, wollen wir überzeugen – und dann das: Keiner glaubt einem. Haben die denn nicht zugehört?

Persönliche Autorität

Es gibt ja andere, die können erzählen, was sie wollen und jeder glaubt ihnen. Die Mehrheit ist das aber nicht. Wie machen die das? Das Geheimnis ist deren Auftreten. Denn es sind nicht Fachkompetenz und Argumente, die überzeugen. Bei einer Bewerbung machen 15% das Fachwissen, aber 85% die Persönlichkeit aus. Wenn Sie andere überzeugen wollen, ist das genauso. Man spricht von Autorität, wenn jemand eine besonders hohe Fachkompetenz hat – eine Koryphäe.

Man spricht von Autorität, wenn jemand einen hohen Posten hat –  der Chef. Von Autorität spricht man auch, wenn jemand durch sein Auftreten überzeugt und führt – die Präsenz. Wenn Sie weder Koryphäe noch Chef sind, dann brauchen Sie Letzteres. Und bei Koryphäen und Chefs schadet’s auch nicht!

Körpersprache ist deutlich

Unser Körper lügt nicht – und er spricht weit mehr, als Sie denken. So sendet er entweder Signale aus, die Sicherheit, Status und Persönlichkeit ausstrahlen oder welche, die Unsicherheit und unbewusst die Bitte um Milde und Liebe aussenden. Beispiele? Ins Gesicht fassen, eine Haarsträhne hochschieben, ein durch Lachen überspielter kleiner Fehler oder ein gesenkter Blick wirken auf andere unsicher. Auch unbewusste Wörter unterstützen die Körpersignale: „Äh“, unnützes wie „eigentlich“ oder „ich würde ja gerne …“.

Sicherheit erst außen

Sogar die Fußstellung ist ein typischer Indikator: Ein besonders deutliches Stand- und Spielbein, also ein Bein durchgestreckt, das andere entlastet, besonders mit einem Hüftknick – manche Frauen überkreuzen gar im Stehen die Füße – signalisieren Unsicherheit. Das Problem an diesem Spiel ist, dass mit der gewirkten Sicherheit auch die Überzeugungskraft schwindet. Überzeugende Menschen haben ein sicheres Auftreten – auch wenn im Inneren 40 Grad Lampenfieber herrschen mögen – und gewinnen durch eine lebendige Körpersprache, durch sicheres Lächeln, festen Blickkontakt und durch eine klare Sprache ohne Weichmacher. Trainieren Sie vor dem Spiegel oder mit einer Videokamera.

Bei der Haltung fängt es an

Bei der Haltung fängt es an: fester Stand auf beiden Füßen, gerader Rücken und Kopf und die Hände seitlich am Körper herabhängen lassen. Oder die Hände liegen locker aneinander auf Höhe oberhalb des Gürtels. Bitte nicht die Daumen einhaken, die Hände in die Hosentasche oder hinter den Rücken. Das wären schon wieder Zeichen von Unsicherheit! Im Sitzen gilt das ebenso: Gesäß ganz hinten, Rücken gerade und die Hände unverkrampft auf Lehne oder Oberschenkel. Keinesfalls im Schritt mit den Fingern spielen oder am Stuhl festklammern. Je sicherer Sie wirken, desto leichter überzeugen Sie. Und bald werden Sie sich auch innerlich sicherer fühlen – ist doch auch nicht schlecht, oder?