Mühsam zurück ins Licht

Friday, 15. October. 2010 | capMarkets

Geschlossene Fonds Noch immer Nischenprodukt. Volumseinbruch 2009 größer als im Nachbarmarkt Deutschland. Emittenten kündigen neue, innovative Produkte an und räumen Transparenzversäumnisse ein

© wm_ag

Die WM AG veranstaltete ein Round Table im Rahmen fer Herbstinitiative der “Geschlossnenen Fonds”: Teilnehmer v.li.n.re.: Peter Heidecker (Chorus), Florian Walzer (HCI), Lars Harbig (BVT), Matthias Adamietz (Immovation), Peter Maierhofer (WM AG).


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Wien. Die heimischen Anleger denken in den Augen der Anbieter unternehmerischer Beteiligungen weiterhin zyklisch, dabei sollte der Fokus auf antizyklische Investments gelegt werden. Leider hapere es hierzulande noch bei der Umsetzung. Peter Maierhofer, Vorstand der WM AG, zeichnet daher ein eher verhaltenes Szenario für Österreich, was den Bereich Geschlossene Fonds betrifft. „Auch wenn, verglichen mit Deutschland, extrem starkes Potenzial gegeben ist, kommt dieses Marktsegment in Österreich nicht über den Status ,Nischenprodukt’ hinaus”, so Maierhofer.

Aufbauprozess neu starten

Während im Nachbarmarkt in den letzten Jahren rund 10 bis 12 Mrd. € jährlich an Eigenkapital eingesammelt werden konnten, kamen hierzulande im besten Jahr, 2007, lediglich 356 Mio. € ?Eigenkapital zusammen. „Der in der Krise verzeichnete Volumenseinbruch war in Österreich erheblich ausgeprägter als in Deutschland. Wir stehen heute auf einem tiefen Niveau und müssen den Aufbauprozess neu starten”, so Maierhofer. Die Zahlen der aktuellen Marktstudie des unabhängigen Branchendienstes geföX untermauern das Bild. Das für den österreichischen Gesamtmarkt kumulierte Platzierungsergebnis ist von 95,1 Mio. € im Jahr 2009 gegen-?über 2008 deutlich eingebrochen ?(-49,1%). Im Vergleich zu 2007 hätten die Initiatoren in 2009 um ganze 73,4% weniger Eigenkapital eingeworben. Dennoch wollen Emittenten wie Immovation, Chorus, Wertinvest, BVT und HCI dem Markt Österreich die Treue halten und sind überzeugt, dass mit 2010 bereits ein zaghaft steigendes Interesse an Geschlossenen Fonds zu erkennen ist.

Emittenten sehen Licht

Florian Walzer, Vertriebskoordinator bei HCI Capital präzisiert: „Wir spüren natürlich, dass Geschlossene Fonds in Öster-?reich nicht so etabliert sind wie in Deutschland, aber tatsächlich sind wir überzeugt, dass die Sachwerte auch in Österreich attraktiv sind und wieder stärker nachgefragt werden. Daher bekennen wir uns zu Österreich und werden hier weiter aktiv bleiben.”  Sofern solide konzipiert, meint Walzer, stellen Asset-Klassen wie Solar, Immobilien und zuletzt auch das Thema Schiffe nach wie vor eine interessante Portfolio-Beimischung dar. Lars Harbig von BVT pflichtet bei: „Der österreichische Markt ist eine Herausforderung; trotz der schwierigen Zeiten, die hinter uns liegen, ist Österreich für uns ganz klar ein strategisches Pflaster.” Das Emissionshaus Chorus wiederum sei mit den österreichischen Ergebnissen absolut zufrieden und gehe davon aus, dass man das in 2009 platzierte Volumen von rund 5 Mio. € in 2010 verdoppeln werde können. Derzeit stehen die Themen ?Umwelt und Energie bei den Anlegern hoch in der Gunst, gefolgt von Immobilienfonds und Infrastrukturbeteiligungen. Private Equity (PE) liege etwas abgeschlagen, wenngleich noch besser als die Schiffsbeteiligungen.

Transparenz verbessern

Verbesserungspotenzial sehen die Emittenten selbst hinsichtlich der Transparenz der Produkte. Auch bei der Beraterschulung seien die Initiatoren gefordert. Maierhofer: „Aufgrund der Finanzkrise bestehen jetzt weltweite Bemühungen, graue Finanzmärkte zu regulieren. Es ist jedoch nicht einfach Hedge-Fonds und Geschlossene Fonds gemeinsam in einer Richtlinie unterzubringen. Aber ?diese Themen werden diskutiert und es wird entsprechende Regelungen geben. Dies ist ein ganz wichtiger Schritt für die Branche”. Im Zuge des aufkeimenden Optimismus kündigen die Emissions-häuser für die kommenden Monate neue, interessante Produkte an. Für die heimischen Investoren werde es entsprechende Österreich-Tranchen geben.


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