Das sagt die EU, das fordern aber auch Experten im Inland seit Jahren. Es braucht mehr Praxis, mehr Förderung der Jungmediziner, eine bessere Betreuung und mehr Anreiz, auch in die niedergelassene Praxis zu gehen. In den nächs-ten Jahren gehen nämlich 37 Prozent der niedergelassenen Fachärzte und Allgemeinmediziner in Pension – doch Nachwuchs ist nicht in Sicht. Das Problem dabei: Die Kassen wollen nicht mehr Ärzte, weil mehr Ärzte Geld kosten und die Ärztekammer will nicht mehr Ärzte, weil mehr Ärzte mehr Konkurrenz bedeuten. Also wird seit Jahrzehnten gebremst.
Gleichzeitig geht den Unis zunehmend das Geld aus. Die scheinbar logische Lösung: Das Medizinstudium wird verkürzt. Doch in kaum einer anderen Wissenschaft wächst das Wissen so rasant wie in der Medizin, kritisieren die Ärzte.
Die Verkürzung hat aber auch einen Vorteil: Der verhasste Turnus fällt weg. Stattdessen soll ein einheitliches praktisches Jahr kommen, das die Basis für die Facharztausbildung bietet. Das könnte also am Ende mehr Jungmediziner bringen, die dennoch besser ausgebildet sind – vorausgesetzt, Krankenkassen und Ärzte stehen nicht auf der Bremse.
Martin Rümmele: Reform des Medizinstudiums
Thursday, 09. February. 2012 | kommentare & kolumnen
Die Medizinerausbildung soll reformiert werden.
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