Pröll wünscht sich private Medizin-Uni für Krems

Friday, 21. January. 2011 | pharma report

Nachwuchs Mit neuer Ausbildungsstätte will man Ärztemangel entgegenwirken und einen Life Science-Standort etablieren. Bis zu 700 Studierende sollen in der Wachaustadt inskribieren. Start ist für 2013 geplant

NLK Reinberger

Zusammen mit Experten präsentierte Landeshauptmann Erwin Pröll seine Pläne für eine eigene Medizin-Uni in Niederösterreich.


Share on Twitter Share on Facebook

St. Pölten/Wien. Niederösterreich bekommt eine Privatuniversität für Gesundheitswissenschaft. Das verkündete zumindest Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) Ende der vergangenen Woche in Wien. Damit soll gegen den drohenden Ärztemangel der kommenden Jahre angekämpft werden. Zudem will man die Region so attraktiver für Life Science-Unternehmen machen. Kooperationspartner der neuen Ausbildungseinrichtung werden die Medizinische Universität Wien, die Technische Universität Wien, die Donau-Universität Krems, die IMC Fachhochschule Krems sowie die NÖ-Landesklinikenholding. Auch die Life Science Krems GmbH ist an den Planungen beteiligt.  Für die neue Universität wird eine Gesellschaft gegründet. Details über die Finanzierung sind noch nicht bekannt. Das Land will nicht als Träger fungieren, sondern die neue Institution nur „begleiten“. Pröll rechnet langfristig mit Investitionen im Umfang von rund  20 Mio. €.

Ökonomie, Technik, Medizin

Wenn alles nach Plan läuft, könnten die ersten Studierenden im Oktober 2013 auf den Campus Krems pilgern, ist Pröll überzeugt. Studienschwerpunkte sollen  Humanmedizin, Medizintechnik und Gesundheitsökonomie nach dem Bologna-Modell (Bachelor-Master-PhD) sein.  Den Ausschlag für Krems als Standort gab die bestehende Infrastruktur. Pröll sprach von einem „guten Wissenschafts-
ambiente“. Medizin spiele dank der Donau-Universität und der FH Krems schon jetzt eine wichtige Rolle. „Von unseren rund 5.400 Studenten ist mehr als die Hälfte im Bereich Medizin inskribiert“, betonte Donau-Uni-Rektor Jürgen Willer.

Die Wachaustadt konnte zusätzlich durch die geografische Nähe zu mehreren Landeskliniken punkten. Die Kliniken sollen in die Ausbildung miteinbezogen werden.  Erste Überlegungen zu einer derartigen Universität entstanden schon 2007. Seitdem waren auch immer wieder andere Standorte wie etwa St. Pölten im Gespräch.  Nach einem Start mit rund 80 Inskribierten hofft man, bis zu 700 Studierende aus dem In- und Ausland an die Donau zu locken. Das Studium soll international ausgerichtet und die Inhalte großteils auf Englisch vermittelt werden. Über die angedachte Höhe der Studiengebühren wurde nichts verraten. Allerdings: Niederösterreichern, die sich sonst ein derartiges Privatuni-Studium nicht leisten könnten, will man mit einem Stipendiensystem unter die Arme greifen.

Absolventen sollen bleiben

Ziel ist es, die Absolventen nach ihrem Abschluss an die Region zu binden. So hofft das Projekt-Team etwa, dass mit der Zeit Spin-off-Betriebe entstehen und sich vermehrt auswärtige Life Science-Unternehmen ansiedeln.Das Land Niederösterreich hat einen Bedarf an 7.500 Ärzten, laut Landeshauptmann Pröll unter anderem wegen eines „intellektuellen Sogs von Niederösterreich nach Wien“. Die Etablierung einer neuen Medizin-Uni sei nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung ein „entscheidender Schritt“, sagte Pröll. Die medizinische Privatuni Krems wäre neben der Paracelsus Privatuniversität in Salzburg und der UMIT in Hall (Tirol) die dritte ihrer Art in Österreich. Insgesamt gibt es derzeit 13 Privatuniversitäten in Österreich.


Keine Kommentare