Spitalsausgaben steigen bis 2020 auf 16,2 Mrd. €

Thursday, 15. December. 2011 | health care

Ranking Die Zahl der Patienten in Österreichs Krankenhäusern stagniert, ärztliches Personal steigt um 3%. 40% der Gesundheitsausgaben entfielen im Vorjahr auf stationäre Versorgung, Tendenz steigend

Wilhelm Marhold führt mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) die größe Spitalsgruppe in Österreich.


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Wien. Die Ausgaben der öffentlichen Spitäler liegen heuer bei 11,2 Mrd. €. Laut einer Modellrechnung des Instituts für Höhere Studien (IHS) könnten die Spitalsausgaben bei der bisherigen Kostenentwicklung bis 2020 auf 16,2 Mrd. € ansteigen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 4,2%, wenn keine Reformen vorgenommen werden sollten. Würden die Spitalskos-ten hingegen nur im gleichen Ausmaß wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wachsen – um 3,6% –, dann müssten laut IHS-Modellrechnung im Jahr 2020 „nur“  15,9 Mrd. € aufgewendet werden. Summiert man somit die Einsparungen von 2011–2020 auf, kommt man auf das vom Hauptverband genannte Einsparungspotenzial von 5,7 Mrd. € für Kliniken.  

Aufenthalte gehen zurück

In Österreich gab es im Vorjahr laut Statistik Austria insgesamt 2.790.744 Spitalsentlassungen, ein Plus von 1.678 (+0,1%) im Vergleich zu 2009. Nach minus 0,2% im Vorjahr zeichnet sich damit nach dem Anstieg der vergangenen Jahrzehnte eine Stagnation ab. Im Jahr 2010 lag die Zahl der Entlassungen somit um 62,1% über jener von 1989. Seit 2000 stiegen die Entlassungen um 19,1%. Bei den Akutversorgungen gab es einen Rückgang von 0,1%, während seit 2000 ein Anstieg der Spitalsentlassungen von 19,4% (10,8% ohne tagesklinische Aufenthalte) verzeichnet wurde.

Die Zahl der Aufenthaltstage verringerte sich in den vergangenen zehn Jahren um 3%. Die gegenläufige Entwicklung von Entlassungshäufigkeit und Aufenthaltstagen bedeute eine Verkürzung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 7,6 auf 6,6 Tage (-13,2%). Die tagesklinischen Aufenthalte sind seit 1989 um das 6,3-Fache im Jahr 2010 gestiegen. Häufigste Entlassungsdiagnosen waren Krebserkrankungen (14,6%), Herz-Kreislauferkrankungen (11,4%) sowie Verletzungen und Vergiftungen und Krankheiten des Bewegungsapparats (10,1%).

Die Ausgaben für den stationären Bereich sind von 1999–2009 um 56,7% von 7,8 auf 12,2 Mrd. € gestiegen, was einem BIP-Anteil von 3,9 bzw. 4,5% entspricht. Die Ausgaben für die stationäre (Langzeit-)Versorgung machen 2009 rund 40% der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Mehr als die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Personalkosten. Von 2000–2010 ist die Zahl des ärztlichen Personals um 28,4, die des nichtärztlichen Personals um 12,2% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr war 2010 um 3% mehr ärztliches Personal und um 1,4% mehr nichtärztliches Personal
tätig.
Häufigste operative Leistungen waren 2010 OPs am Bewegungs-apparat (301.972), am Urogenitaltrakt incl. Geburten (260.393) sowie am Verdauungstrakt (135.030).
Bei Einzel-OPs war „Grauer Star“ die häufigste OP (81.567), gefolgt von Haut-OPs (61.932).


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