Innovation braucht bessere Strukturen

Friday, 17. June. 2011 | innovation & unternehmen

Aktuelle Studie: Durch die zu einseitige Fokussierung auf neue Produkte und Prozesse schöpft die Industrie ihr innovatives Potenzial noch zu wenig aus, so Björn Sander, GF des Beratungsunternehmens Batten & Company.

© A. Zedler/Batten & Company

Innovationen brauchen eigenständige Strukturen mit klaren Anreizen und Verantwortlichkeiten.


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Düsseldorf. Dass Innovationen wichtig für den Erfolg sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. In den F&E-Abteilungen wird auf Hochtouren gearbeitet, eine Fülle neuer Produkte ist die Folge. Von einem systematischen Innovationsmanagement sind die meisten Unternehmen aber noch weit entfernt, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Batten & Company, für die 120 Top-Entscheider befragt wurden „Durch eine viel zu enge Betrachtungsweise verschenken Unternehmen wichtiges Potenzial zur Wettbewerbsdifferenzierung und für nachhaltiges Wachstum”, analysiert Björn Sander, Managing Partner von Batten & Company. Erheblichen Nachholbedarf in Sachen Innovation sieht er im Management.

„Beschränken Sie die Innovationsarbeit nicht nur auf Ihre Produkte, sondern denken Sie auch radikal über neue Wege der Marktbearbeitung, die Erschließung völlig neuer Kundengruppen und somit neue Geschäftsmodelle und Märkte nach”, so sein Rat an mehr als die Hälfte der Unternehmen, wo diese Bereiche noch vernachlässigt werden. 80% der befragten Unternehmen greifen standardmäßig auf konventionelle Kanäle, wie die Analyse von Beschwerden, des Marktes und der Kundenbedürfnisse zurück – so ein weiteres Ergebnis der Studie. „Wir sehen hier erhebliches Lern- und Optimierungspotenzial: Unternehmen müssen deutlich innovativer vorgehen als bislang und das abgenutzte Silodenken überwinden“, so Sander.

Neue Strukturen

Er empfiehlt, sich an Best Practices – auch außerhalb der eigenen Branche – zu orientieren und externes Know-how zu nutzen, z.B. durch die Etablierung von Kundenbeiräten. Ein offener und systematischer Austausch mit Lieferanten und Partnern, spezialisierten Dienstleistern, Wettbewerbern oder branchenfremden Unternehmen kann zudem helfen, das Potenzial von Ideen und Chancen besser zu bewerten und auch die Wirkungen von umgesetzten Innovationen fortlaufend zu evaluieren.

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, dass die Ergebnisse der Innovationsbemühungen weder intern noch extern offen kommuniziert werden – zum Teil deshalb, weil nicht klar ist, ab wann eine Innovation eigentlich als erfolgreich zu bewerten ist. „Unsere Erfahrung zeigt, dass neben quantitativen Kriterien wie Umsatz oder Kundenzufriedenheit auch qualitative Kriterien wertvolle Erkenntnisse liefern können. Etwa die Analyse der Reaktionen des Wettbewerbs auf Innovationen als Grundlage für ein aktives Barrierenmanagement oder die Betrachtung der Auswirkungen von Innovationen auf die strategische Positionierung des Unternehmens”, so Sander weiter.

Wichtig sei zudem ein innovationsfreundliches Klima: „Bisher fehlt in jedem dritten Unternehmen ein klares Anreizsystem für Mitarbeiter und nur die Hälfte der Betriebe verfügt über eigene Innovationsabteilungen bzw. funktions- und abteilungsübergreifende Innovationsteams”, weiß der Experte. „Damit die Innovationskraft im gesamten Unternehmen langfris-tig und nachhaltig gestärkt wird, müssen neue Strukturen geschaffen und bestehende Prozesse überdacht werden”, so Sander abschließend.

www.batten-company.com


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