Das Gfrett mit dem Papiermüll

Thursday, 14. July. 2011 | news

Stichwort „CO2-neutral“: Die Novelle zum Telekommunikationsgesetz gibt dem Kunden das Recht auf eine Papierrechnung; die Post freut’s. Sechs Mrd. Brief- und Paketsendungen sollen klimaneutral zugestellt werden.

Im Einsatz für den „Grünen Brief“: Postchef Pölzl und TÜV-Austria-CEO Eberhardt.


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Wien. Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes ist zwar vom Ministerrat noch nicht abgesegnet, in einem Punkt herrscht jedoch Einigkeit: Kunden von Handy- und Internetfirmen werden künftig weiterhin auf Wunsch Papierrechnungen erhalten – und müssen dafür nichts extra bezahlen. Die Mobilfunkbetreiber freut das nicht, ist die Zustellung per Mail doch bei Weitem kostengünstiger als diejenige per traditioneller Post. Außerdem sorgt man sich – zumindest offiziell – um den steigenden Papiermüllausstoß. Wobei laut einer kürzlich präsentierten Umfrage der Post ein Drittel der digital zugestellten Rechnungen ohnehin von den Kunden ausgedruckt wird. Womit sich – aus der Perspektive des Umweltschutzes betrachtet – die Katze erst recht in den Schwanz beißt.

Fünfmal um die Welt

Zu diesem Themenkomplex passt eine neue Initiative der heimischen Post AG: Briefe, Pakete und Werbung sollen nämlich in Zukunft CO2-neutraler transportiert werden. Jährlich stellt die Post in Österreich nach Eigenangaben rund sechs Mrd. Sendungen zu, mehr als 200.000 km legen die Mitarbeiter dafür jeden Tag zurück. „Insgesamt 10.000 Menschen sind täglich unterwegs und umrunden hierbei fünfmal die Erde“, sagte Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen Post, bei einem Pressegespräch. All diese Sendungen sollen künftig gänzlich klimaneutral zugestellt
werden.

In Summe emittiert die Post im Zuge ihrer Geschäftstätigkeit rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Insgesamt 40.000 t entstehen durch den Betrieb der Gebäude und Verteilzentren, weitere 40.000 t im eigenen Fuhrpark und die übrigen 20.000 t durch Partnerunternehmen. Die Kompensation dieser Emissionen soll durch Einsparungen sowie durch nationale und internationale Klimaschutzprojekte erfolgen. Den Großkunden will die Post künftig auch ein eigenes
„CO2Neutral-Zertifikat“ ausstellen.

Pölzl: „Mehr Förderungen“

„Wir fördern und fordern mehr Förderungen“, rief Pölzl die Politik zu mehr Unterstützung für Klimaschutzinitiativen auf.  Kontrolliert werden die diesbezüglichen Anstrengungen der Post AG vom TÜV Austria, der darüber hinaus auch beratend tätig sein wird. „Wir werden die Kompensationsprojekte sachkundig begleiten“, versprach anlässlich der Präsentation des Konzepts Hugo Eberhardt, Direktor und Vorstandsvorsitzender der TÜV Austria-Gruppe. Lob für das Konzept der Post gab es auch von Umweltminister Nikolaus Berlakovich: „Die Post hat mit der Initiative ‚CO2-neutral zugestellt‘ eine Pionierrolle übernommen.“ Zudem hält der Minister ein energieautarkes Österreich bis zum Jahr 2050 für machbar. „Es ist unsere Pflicht, auf Effizienz und erneuerbare Energie zu setzen“,  erklärte er. (APA/red)


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