G‘riss um Apps made in Austria

Tuesday, 14. December. 2010 | news

Preisgekrönt: Der „Wikitude World Browser“ und die Medizin-App „E.M.M.A.“ holten für Österreich Gold beim WSA-mobile in Abu Dhabi. Beide Hersteller dürfen mit Aufträgen aus den Emiraten rechnen.

© Jan Weinrich

Österreichs „WSA-Team“ (v.li.): Christian Rupp (BKA), Peter Danner und Oliver Bern­ecker (exthex), Botschafter Julius Lauritsch und Philipp Breuss-Schneeweis (Mobilizy).


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Abu Dhabi. „Die Klasse einer App steht im direkten Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt jenes Landes, aus der sie kommt“, erklärte ein App-Entwickler im Rahmen der WSA-mobile-Konferenz in Abu Dhabi. „Man muss immer berücksichtigen, unter welchen Umständen eine App entstanden ist.“
Beim Anblick der rot-weiß-roten Sieger wird klar, dass die Rahmenbedingungen in Österreich offensichtlich nicht die schlechtesten sind: Sowohl die Medizin-App „E.M.M.A.“ von der Grazer Softwareschmiede exthex als auch die Augmented Reality-App „Wikitude World Browser“ heben sich qualitativ vom Gros der Kontrahenten ab: „Die Gewinner aus Österreich zeigen, dass herausragende Inhalte und superbe Applikationen auch hier in Mitteleuropa entwickelt werden“, meint etwa Peter A. Bruck, Vorsitzender des WSA-Boards.

„Spitalsreife“ App

Das Herausragende bei E.M.M.A. ist, dass die App künftig zahlreiche Arbeitsschritte im Krankenhaus vereinfachen oder zumindest vereinheitlichen könnte: Von der Erfassung von Vitalwerten bis hin zur Ortung von Demenzpatienten soll die für Smartphones und Tablet-PC verfügbare App eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen. „Der Arzt wird in Zukunft mit einem mobilen Endgerät am Krankenbett auftauchen“, ist exthex-Chef Oliver Bernecker überzeugt. Auch bei der Medikationsverschreibung kann die App einhaken: „In Spitälern mit UNIDOS-Systemen, wie im Wiener Kaiser-Franz-Joseph-Spital, gibt der Arzt die Medikation in die App ein und der Roboter packt pro Patient vollautomatisch die Medikamente in ein Säckchen, das an das Patientenbett gebracht wird. Medikationsfehler werden dadurch weitgehend ausgeschlossen“, so Bern-ecker. Angst vor einem etwaigen Verlust des Arzt-Smartphones brauchen die Patienten keine zu haben: „Auf den Geräten selbst wird gar nichts abgespeichert“, erklärt Co-Chef Peter Danner. Wann das Sys-tem in Österreich einsetzbar sein wird, hängt von der Etablierung des Elektronischen Krankenakts ab – „vor 2012 wird es keine flächendeckende Möglichkeit geben, das System einzusetzen“, so Danner. Im Ausland – u.a. in Dubai – gebe es aber bereits zahlreiche Interessenten, die das 30.000 bis 100.000 €  teure System einsetzen möchten.

Drive mit Sicherheit

Auch der „Wikitude World Browser“ von Mobilizy betritt als erster Augmented Reality-Browser absolutes Neuland. Dabei werden über die Live-Ansicht der Kamera am Handy-Display zusätzliche Informationen zu Häusern, Straßen oder Denkmälern eingeblendet. Besonderes Interesse erntete Mobilizy-Gründer Philipp Breuss-Schneeweis mit seiner für 20. Dezember angekündigten Fortsetzung der App: Auf iPhones und Android-Handys verbindet „Wikitude-Drive“ Navigations-Funktionen mit Augmented Reality und will so einen Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr liefern: „Mit dieser App hat der Lenker die Straße auch dann noch im Blick, wenn er auf das Display schaut“, so Breuss-Schneeweis; die App soll bis zu zehn Euro kosten. Entscheidender wird wirtschaftlich für Breuss-Schneeweis aber sein, dass sich mittlerweile auch die Polizei von Abu Dhabi und namhafte Navihersteller für seine Technologie interessieren. (jawe)


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