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09.02.10

Neue Wege gehen

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Gastkommentar  von Wolfgang Malik (li.) und Wolfgang Messner, die beiden Vorstandsdirektoren der Graz AG über Kommunale Investments in Erneuerbare Energie

Viele Erfahrungen zeigen, dass Investitionen in Erneuerbare Energien ihr gesellschaftliches und ökonomisches Potenzial am besten durch eine starke Verwurzelung vor Ort entfalten. Nicht zuletzt dadurch ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema für Gemeinden und Städte unterschiedlicher Größe in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihrer kommunalen Corporate Identity und wirtschaftspolitischen Strategie geworden. Für einen kommunalen Dienstleister stellt sich angesichts dieses gesellschaftspolitischen Kontexts die Frage, was er mit seinen von der Bevölkerung oft als „alltäglich“ angesehenen Dienstleistungen und Produkten zu diesem Thema beitragen kann. 

Stadtwerke als kommunale Dienstleistungsbetriebe können und müssen oft die wichtigsten Impulsgeber sein, wenn es um die Schaffung regionaler Wirtschaftskreisläufe geht. Als privatwirtschaftlich geführte Unternehmen der öffentlichen Hand sind sie etwa der ideale Partner bei der Installation von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. Aufgrund ihrer Infrastruktur und ihres Know-hows planen sie zusammen mit ihren Eigentümern den Ausbau eigener Anlagen zur Gewinnung von Strom, Wärme und Treibstoffen aus Erneuerbaren Energien in kommunalen Einrichtungen. Auch der öffentliche Personennahverkehr als Energieverbraucher wird oft zum Vorreiter bei der Einführung von lokal erzeugten Biokraftstoffen.

Kooperation mit Forschung und Wirtschaft

Aus seiner gesellschaftlichen Verantwortung heraus hat sich unser Unternehmen in den letzten Jahren in Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Wirtschaft  intensiv mit diesen Themen beschäftigt und mehrere Millionen Euro investiert. So bringt etwa eine Kooperation mit Magna und der Energie Steiermark dem Großraum Graz eine klare Themenführerschaft in Sachen E-Mobility. Gemeinsam wollen wir die Technik der Ladestationen und zahlreiche Anwendungsdetails entwickeln. In Partnerschaft werden wir insgesamt 30 E-Fahrzeuge im Fuhrpark auf ihre Alltagstauglichkeit testen und rund 40 Ladestationen im Raum Graz errichten. Die ersten 15 Fahrzeuge nehmen wir bereits Ende 2011 in Betrieb. Herausforderungen sind dabei vor allem die Auswirkungen der Ladestationen auf den Netzbetrieb, die Errichtung von „E-Zapfsäulen“ und das bargeldlose Abrechnungssystem.

Auch bei Projekten wie der Solarenergie sowie der Erzeugung und Verwendung von Biogas verfolgen wir ein klares Ziel im Sinne eines Selbstversorgerstatus: Ein Maximum an Energie, die in Graz benötigt wird, selbst zu erzeugen und damit den Energiekreislauf im „Haus Graz“ zu nutzen. 100 Prozent werden zwar nie möglich sein, aber jedes Prozent ist ein Gewinn für die Stadt und den Kunden.